Einfach Stichwort eingeben und sich inspirieren lassen.
Fensterscheiben wirken für Menschen eindeutig, für Vögel jedoch oft wie freier Flugraum. Spiegeln sich Bäume, Himmel oder Sträucher im Glas, erkennen Vögel die Scheibe nicht als Hindernis. Auch transparente Glasflächen, durch die Vegetation oder Licht auf der anderen Seite sichtbar ist, können zur tödlichen Falle werden. Mit den richtigen Markierungen, einer durchdachten Platzierung von Futterstellen und einer systematischen Prüfung aller Glasflächen lässt sich Vogelschlag wirksam verhindern.
Vögel können Glas nicht zuverlässig als feste Begrenzung erkennen. Das Problem liegt nicht in mangelnder Aufmerksamkeit, sondern in der optischen Wirkung der Scheibe.
Besonders häufig entstehen Kollisionen durch zwei Situationen:
In Fensterscheiben spiegeln sich:
Himmel
Baumkronen
Hecken
Sträucher
offene Gartenflächen
Wolken
benachbarte Gebäude
Für einen Vogel sieht die Spiegelung wie ein erreichbarer Lebensraum aus. Er fliegt gezielt auf die vermeintlichen Bäume oder den scheinbar freien Himmel zu und prallt gegen die Scheibe.
Je dunkler der Innenraum und je heller die Umgebung vor dem Fenster, desto stärker kann die Spiegelung wirken.
Bei Wintergärten, Glasgeländern, gegenüberliegenden Fenstern oder transparenten Gebäudeecken sehen Vögel durch die Scheibe hindurch. Ist dahinter ein Garten, ein Baum oder ein heller Ausgang sichtbar, nehmen sie die Glasfläche nicht als Hindernis wahr.
Besonders problematisch sind:
zwei gegenüberliegende Fenster
verglaste Durchgänge
transparente Hausecken
Glaswände zwischen zwei Gartenbereichen
gläserne Balkon- und Terrassenbrüstungen
freistehende Glasscheiben
Der Vogel versucht nicht, gegen die Scheibe zu fliegen. Er steuert einen aus seiner Sicht offenen Raum an.
Nicht nur große Fensterfronten verursachen Vogelschlag. Auch kleine Scheiben können problematisch sein, wenn sich darin Pflanzen oder Himmel deutlich spiegeln.
Bodentiefe Fenster und breite Glasfassaden bieten eine große, ununterbrochene Anflugfläche. Besonders gefährlich sind sie, wenn sich davor Bäume, Sträucher oder offene Grünflächen befinden.
Gläserne Türen liegen häufig direkt am Übergang zwischen Wohnraum und Garten. Spiegelungen, Innenpflanzen und die Sicht auf gegenüberliegende Fenster können den Eindruck eines freien Flugwegs verstärken.
Treffen zwei Glasflächen an einer Hausecke aufeinander, können Vögel durch beide Scheiben hindurchsehen. Solche transparenten Ecken gehören zu den besonders riskanten Konstruktionen.
Wintergärten verbinden mehrere problematische Faktoren:
große Glasflächen
transparente Seiten
Spiegelungen
sichtbare Pflanzen hinter dem Glas
Durchsicht auf weitere Fenster oder Gartenteile
Eine einzelne Markierung auf einer Scheibe reicht hier meist nicht aus. Alle relevanten Glasflächen müssen geprüft werden.
Transparente Geländer auf Balkonen, Terrassen oder Treppen wirken für Vögel wie freie Flugwege. Ohne flächige Markierung erkennen sie die Scheibe oft erst beim Aufprall.
Windschutzwände, Bushaltestellen, gläserne Gartentrennwände und Lärmschutzwände sind besonders gefährlich, weil sie häufig ohne sichtbaren Rahmen in der Landschaft stehen.
Befinden sich auf zwei Seiten eines Raums Fenster, entsteht eine direkte Sichtachse. Vögel sehen durch das Gebäude hindurch und versuchen, den vermeintlich freien Raum zu durchfliegen.
Eine wirksame Sicherung beginnt mit einer systematischen Kontrolle. Betrachten Sie Ihre Fenster nicht nur aus dem Innenraum, sondern auch aus der Perspektive eines anfliegenden Vogels.
Spiegelungen verändern sich mit Sonnenstand, Wetter und Jahreszeit. Prüfen Sie die Glasflächen:
morgens
mittags
am späten Nachmittag
bei Sonne
bei bedecktem Himmel
Eine Scheibe kann morgens unauffällig sein und am Nachmittag stark spiegeln.
Gehen Sie einige Meter vom Gebäude weg und betrachten Sie die Scheibe aus mehreren Richtungen. Achten Sie darauf, ob Sie:
Himmel sehen
Bäume oder Sträucher erkennen
durch das Gebäude hindurchblicken können
Innenpflanzen wie Außenvegetation wahrnehmen
Ein häufiger Kollisionsort lässt sich oft an kleinen Hinweisen erkennen:
einzelne Federn vor dem Fenster
Fett- oder Staubabdrücke auf der Scheibe
kleine Blutspuren
benommene Vögel
tote Vögel unter dem Fenster
wiederholte Anflüge derselben Stelle
Ein sichtbarer Abdruck zeigt meist nur den letzten Aufprallpunkt. Die gesamte Scheibe kann dennoch gefährlich sein.
| Problem | Geeignete Maßnahme |
|---|---|
| Stark spiegelndes Fenster | Außen flächig mit Punkten oder Streifen markieren |
| Durchsicht durch zwei Fenster | Eine Sichtachse durch Markierung, Rollo oder Möblierung unterbrechen |
| Terrassentür mit großer Glasfläche | Außenseitige Folie, Muster oder Fliegengitter verwenden |
| Wintergarten | Mehrere Glasflächen vollständig sichern |
| Glasgeländer | Geprüfte Punkt-, Streifen- oder Mattfolie anbringen |
| Häufiger Vogelschlag an einer Stelle | Nicht nur den Aufprallpunkt, sondern die gesamte Fläche markieren |
| Neubau oder Fenstertausch | Vogelfreundliche Verglasung und geprüfte Dekore einplanen |
Die sicherste nachträgliche Lösung besteht darin, die Glasfläche so zu markieren, dass Vögel sie als geschlossenes Hindernis wahrnehmen.
Entscheidend sind:
ausreichender Kontrast
flächige Verteilung
geringe Abstände
Anbringung möglichst auf der Außenseite
Ein einzelner Aufkleber schützt nur einen sehr kleinen Bereich. Vögel versuchen, seitlich daran vorbeizufliegen. Deshalb muss die Markierung über die gesamte gefährliche Fläche verteilt werden.
Auch bei einem bekannten Aufprallpunkt genügt es nicht, nur diese Stelle zu bekleben. Der Vogel hätte ebenso wenige Zentimeter daneben gegen die Scheibe fliegen können.
Als praktische Orientierung gilt: Unmarkierte Bereiche sollten nicht größer als etwa eine Handfläche sein.
Das bedeutet ungefähr:
maximal rund 10 × 10 Zentimeter freie Fläche
gleichmäßige Verteilung über die gesamte Scheibe
keine großen Lücken zwischen Punkten, Streifen oder Motiven
Vögel sollen die Zwischenräume nicht als passierbaren Flugweg interpretieren.
Punkte eignen sich gut, wenn sie kontrastreich und dicht genug verteilt sind.
Geeignet sind beispielsweise:
schwarze Punkte
weiße Punkte
Kombinationen aus hellen und dunklen Punkten
gleichmäßige Raster
versetzte Punktreihen
Bei wechselnden Lichtverhältnissen kann eine Kombination aus hellen und dunklen Elementen sinnvoll sein. Helle Punkte sind vor dunkler Vegetation gut sichtbar, dunkle Punkte heben sich stärker vom hellen Himmel ab.
Sehr kleine, weit auseinanderliegende Punkte sind dagegen häufig nicht ausreichend.
Vertikale Linien können unauffällig wirken und zugleich einen guten Schutz bieten.
Als Orientierung sollten sie:
mindestens etwa fünf Millimeter breit sein
höchstens ungefähr zehn Zentimeter auseinanderliegen
gleichmäßig über die gesamte Scheibe verteilt werden
Zu dünne oder zu weit voneinander entfernte Streifen erzeugen weiterhin scheinbar freie Flugkorridore.
Horizontale Linien müssen enger gesetzt werden als vertikale Streifen.
Als Orientierung eignen sich:
mindestens etwa drei Millimeter breite Linien
höchstens ungefähr fünf Zentimeter Abstand
flächige Verteilung
Horizontale Muster können sich besonders für Glasgeländer und schmale Scheiben eignen.
Vogelschutz muss nicht technisch oder unansehnlich wirken. Auch selbst gestaltete Muster können funktionieren, sofern sie dicht, kontrastreich und gleichmäßig verteilt sind.
Geeignet sind beispielsweise:
Blätter
geometrische Formen
Kreise
Wellenlinien
Tiermotive
abstrakte Muster
Nicht die Form entscheidet über die Wirkung, sondern die Sichtbarkeit und Verteilung.
Außenliegende Markierungen sind in der Regel wirksamer, weil sie direkt an der spiegelnden Oberfläche sitzen. Sie unterbrechen sowohl Reflexionen als auch die Durchsicht.
Innen angebrachte Aufkleber können bei stark spiegelnden Scheiben hinter der Reflexion verschwinden. Von außen sieht der Vogel dann weiterhin vor allem Himmel, Bäume oder Sträucher.
Besonders bei:
moderner Wärmeschutzverglasung
stark reflektierenden Scheiben
dunklen Innenräumen
direkter Sonneneinstrahlung
sollten Markierungen möglichst außen angebracht werden.
Innenliegende Maßnahmen können dennoch ergänzend helfen, etwa wenn sie die Durchsicht durch einen Raum unterbrechen. Sie ersetzen bei starken Spiegelungen jedoch keine Außensicherung.
Vor dem Anbringen großflächiger Folien sollte geprüft werden, ob der Fenster- oder Folienhersteller bestimmte Vorgaben macht. Nicht jede Folie ist für jede Verglasung geeignet.
Schwarze Greifvogelaufkleber gehören zu den bekanntesten Schutzmaßnahmen gegen Vogelschlag. Ihre Wirkung wird jedoch häufig überschätzt.
Ein Vogel erkennt die Silhouette nicht zuverlässig als natürlichen Feind. Für ihn ist sie lediglich eine kleine dunkle Fläche auf einer ansonsten scheinbar freien Scheibe. Er versucht, daran vorbeizufliegen.
Einzelne Silhouetten:
markieren nur einen kleinen Teil des Fensters
unterbrechen Spiegelungen nicht ausreichend
lassen große freie Zwischenräume
verlieren bei ungünstigem Hintergrund an Kontrast
Greifvogelmotive können durchaus Teil einer wirksamen Lösung sein, wenn sie dicht genug über die gesamte Glasfläche verteilt werden. Entscheidend ist nicht das Motiv, sondern das Muster.
UV-Lösungen wirken auf den ersten Blick attraktiv, weil sie für Menschen nahezu unsichtbar sein sollen. Vögel können bestimmte Bereiche des ultravioletten Lichts wahrnehmen, daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede UV-Folie oder jeder UV-Stift einen sicheren Schutz bietet.
Die Wirksamkeit kann von mehreren Faktoren abhängen:
Vogelart
Lichteinfall
Alter und Zustand der Markierung
Glasbeschichtung
Wetter
Blickwinkel
Nicht alle UV-Produkte erreichen in Prüfungen eine ausreichende Schutzwirkung. Deshalb sollten sie nicht allein aufgrund der Werbeaussage „für Vögel sichtbar“ ausgewählt werden.
Verlässlicher sind sichtbare, kontrastreiche und flächig angebrachte Markierungen. Bei UV-Produkten sollte auf unabhängige Prüfungen und nachvollziehbare Wirksamkeitsnachweise geachtet werden.
Außenliegende Fliegengitter können zwei Funktionen erfüllen:
Sie machen das Fenster als Fläche sichtbar.
Sie können einen möglichen Aufprall abfedern.
Besonders geeignet sind sie für:
häufig geöffnete Fenster
kleinere Fensterflächen
Küchen- und Schlafzimmerfenster
Balkontüren
Fenster mit wiederholtem Vogelschlag
Das Gitter sollte straff und mit geringem Abstand vor der Scheibe sitzen. Lockere Netze oder beschädigte Gewebe können zu neuen Gefahren werden.
Der Vorteil liegt darin, dass Fliegengitter zugleich Insekten fernhalten und sich optisch relativ unauffällig integrieren lassen.
Außen hängende Schnüre können große Scheiben sichtbar machen. Sie werden senkrecht vor dem Glas angebracht und bewegen sich leicht im Wind.
Wichtig sind:
geringe Abstände
ausreichender Kontrast
gleichmäßige Verteilung
sichere Befestigung
keine losen Schlaufen
Schnurvorhänge eignen sich besonders für:
Terrassentüren
Wintergärten
bodentiefe Fenster
temporäre Sicherungen
Mietobjekte, bei denen keine Folie aufgeklebt werden soll
Die Schnüre dürfen nicht so weit auseinanderliegen, dass Vögel zwischen ihnen einen freien Flugweg vermuten.
Innenliegende Maßnahmen können Durchsichten reduzieren, sind aber bei Spiegelungen nur begrenzt wirksam.
Helle, geschlossene Gardinen machen den Innenraum weniger sichtbar und unterbrechen Sichtachsen. Außen auftretende Spiegelungen bleiben jedoch häufig bestehen.
Geschlossene Rollos können besonders bei gegenüberliegenden Fenstern helfen. Sie verhindern, dass der Raum wie ein offener Tunnel wirkt.
Schräg gestellte Lamellen können die Durchsicht reduzieren. Auch hier gilt: Starke Spiegelungen auf der Außenseite werden dadurch nicht zuverlässig beseitigt.
Große Pflanzen direkt hinter einer Scheibe können das Risiko erhöhen, wenn sie von außen wie erreichbare Vegetation wirken. Sie sollten entweder weiter ins Rauminnere gestellt oder die Scheibe zusätzlich markiert werden.
Futterstellen ziehen viele Vögel regelmäßig an denselben Ort. Liegt eine ungesicherte Scheibe in der Flugrichtung, kann das Kollisionsrisiko steigen.
Weitere Hinweise zur Auswahl und Hygiene finden Sie im Ratgeber Gartenvögel richtig füttern.
Bei der Platzierung werden häufig zwei grundsätzliche Möglichkeiten empfohlen.
Steht ein Futterspender direkt am Fenster oder nur wenige Dezimeter entfernt, können Vögel vor einem möglichen Aufprall kaum hohe Geschwindigkeit erreichen.
Diese Lösung ist nur sinnvoll, wenn:
die Position tatsächlich sehr nah ist
der Anflugweg begrenzt bleibt
die Scheibe dennoch gut sichtbar gemacht wird
Eine weiter entfernte Futterstelle gibt den Vögeln mehr Raum, um ihre Flugrichtung zu ändern und Hindernisse zu erkennen.
Problematisch sind mittlere Distanzen, bei denen Vögel beschleunigen und anschließend direkt auf die Scheibe zufliegen.
Achten Sie darauf, aus welcher Richtung die Vögel:
zur Futterstelle fliegen
nach dem Fressen starten
Schutzgehölze ansteuern
zur Vogeltränke wechseln
Liegt eine Fensterscheibe auf einer häufig genutzten Flugroute, sollte sie unabhängig vom Abstand markiert werden.
Bäume, Sträucher und andere Pflanzen sind nicht das eigentliche Problem. Sie bieten Vögeln Nahrung, Schutz und Nistplätze. Gefährlich wird ihre Spiegelung in einer ungesicherten Scheibe.
Deshalb sollte nicht der Lebensraum entfernt, sondern die Glasfläche gesichert werden.
Wer einen Naturgarten anlegen möchte, kann auch in Fensternähe Sträucher und Stauden verwenden. Wichtig ist, mögliche Spiegelungen und Flugrichtungen mitzudenken.
Besonders riskant sind:
ein großer Baum direkt gegenüber einer stark spiegelnden Scheibe
Sträucher hinter transparentem Glas
Innenpflanzen in einem Wintergarten
Durchblicke auf Gartenflächen
Glasgeländer zwischen zwei bepflanzten Bereichen
Das Entfernen einer Hecke beseitigt möglicherweise eine einzelne Spiegelung, nimmt Vögeln aber zugleich Schutz und Nahrung. Eine flächige Markierung der Scheibe ist meist die bessere und nachhaltigere Lösung.
Wintergärten gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen, weil mehrere Glasflächen zusammenwirken.
Betrachten Sie den Wintergarten aus verschiedenen Richtungen. Häufig sehen Vögel:
durch eine Seitenwand auf den Garten
durch gegenüberliegende Glasflächen hindurch
Pflanzen hinter der Scheibe
den Himmel durch das Glasdach
Spiegelungen auf mehreren Flächen
Wurde ein Vogel an einer bestimmten Stelle gefunden, sollte nicht nur diese Scheibe markiert werden. Die gesamte Konstruktion kann problematisch sein.
Große Pflanzen unmittelbar hinter der Scheibe verstärken den Eindruck eines erreichbaren Lebensraums. Entweder werden sie weiter nach innen gestellt oder die Glasflächen flächig gesichert.
Auch Glastüren, Schiebeelemente und geöffnete Teilflächen müssen sichtbar bleiben. Eine Sicherung sollte nicht nur in geschlossenem Zustand funktionieren.
Glasgeländer sind oft vollständig transparent und besitzen nur schmale Halterungen. Vögel erkennen den freien Raum dahinter, nicht die Scheibe davor.
Geeignete Lösungen sind:
gleichmäßige Punktmuster
horizontale Streifen
vertikale Linien
matte Folien
transluzente Flächen
dauerhafte Dekore
Die Markierung muss über die gesamte Höhe und Breite des Geländers verteilt werden. Einzelne Aufkleber in Augenhöhe eines Menschen reichen nicht aus.
Bei Neubauten ist es sinnvoll, bereits ab Werk bedrucktes oder mattiertes Glas zu wählen.
Beim Neubau oder Fenstertausch lässt sich Vogelschutz deutlich besser integrieren als bei einer späteren Nachrüstung.
Übereckverglasungen und gläserne Durchgänge sollten möglichst nicht vollständig transparent ausgeführt werden.
Siebdruck, keramische Muster oder dauerhafte Punkt- und Streifendekore können direkt in oder auf der Verglasung integriert werden.
Mögliche Alternativen sind:
Metallstäbe
Holz
Lochblech
matte Materialien
transluzente Platten
bedrucktes Glas
Raffstores, Markisen und außenliegende Lamellen können Spiegelungen reduzieren und Glasflächen sichtbarer machen. Ihre Wirkung hängt jedoch davon ab, wie häufig sie genutzt werden.
Begriffe wie „vogelfreundlich“, „UV-aktiv“ oder „für Vögel sichtbar“ sind allein kein Wirksamkeitsnachweis. Verlangen Sie konkrete Angaben zu:
Prüfverfahren
Musterabständen
Kontrast
Anbringungsseite
getesteten Lichtverhältnissen
Nach einem Aufprall sitzt ein Vogel häufig benommen auf dem Boden. Auch wenn äußerlich keine Verletzung sichtbar ist, kann er eine Gehirnerschütterung oder innere Verletzungen erlitten haben.
Schützen Sie ihn vor:
Katzen
Hunden
Krähen
Verkehr
direkter Sonne
starkem Regen
Wie Sie Vögel im Garten zusätzlich sichern, erfahren Sie im Artikel Vögel vor Katzen schützen.
Setzen Sie den Vogel vorsichtig in einen kleinen Karton mit Luftlöchern.
Der Karton sollte:
dunkel
ruhig
gut belüftet
mäßig warm
stehen.
Verwenden Sie ein sauberes Tuch oder Küchenpapier als Unterlage. Ein Käfig ist ungeeignet, weil ein benommener Vogel gegen die Gitterstäbe schlagen kann.
Geben Sie dem Vogel weder Wasser noch Futter direkt in den Schnabel. Ein geschwächtes Tier kann sich verschlucken und Flüssigkeit einatmen.
Hat sich der Vogel nach einer Ruhephase sichtbar erholt, hält sich sicher auf den Beinen und fliegt kontrolliert, kann eine Freilassung am Fundort möglich sein.
Bei:
Blutungen
hängenden Flügeln
Atemproblemen
Krämpfen
fehlender Reaktion
längerer Benommenheit
wiederholtem Umfallen
sollte eine Wildvogelstation oder vogelkundige Tierarztpraxis kontaktiert werden.
Handelt es sich um einen jungen Vogel, hilft der Beitrag Jungvogel gefunden bei der Einordnung.
Ist der Vogel bereits verendet, finden Sie im Ratgeber Toten Vogel gefunden Hinweise zum sicheren Umgang.
Grundsätzlich kann fast jede Vogelart mit Glas kollidieren. Häufig betroffen sind Arten, die:
schnell zwischen Gehölzen fliegen
Gärten und Siedlungen regelmäßig nutzen
an Futterstellen kommen
während des Vogelzugs unbekannte Gebäude passieren
niedrige Flugrouten nutzen
Dazu gehören viele häufige Gartenvögel wie Meisen, Amseln, Finken, Rotkehlchen und Sperlinge.
Auch seltene heimische Gartenvögel können betroffen sein. Vogelschlag ist deshalb nicht nur ein Problem einzelner häufiger Arten.
Ein einzelnes Motiv schützt nur einen kleinen Bereich. Die übrige Scheibe bleibt als scheinbar freier Flugweg sichtbar.
Punkte und Streifen können hochwertig aussehen und trotzdem unwirksam sein, wenn zwischen ihnen große freie Flächen bleiben.
Bei stark spiegelnden Scheiben kann eine innenliegende Markierung von außen kaum sichtbar sein.
Transparente, sehr helle oder farblich unauffällige Muster können vor wechselnden Hintergründen verschwinden.
Der nächste Vogel kann an einer anderen Stelle derselben Scheibe kollidieren. Die gesamte gefährliche Fläche muss markiert werden.
Nicht jedes UV-Produkt wirkt unter allen Bedingungen ausreichend.
Die Futterstelle kann das Risiko beeinflussen, ist aber nicht die eigentliche Ursache. Spiegelung und Transparenz bleiben bestehen.
Auch schmale Kellerfenster, Dachfenster oder einzelne Terrassentüren können problematisch sein.
Freistehende transparente Scheiben gehören zu den besonders schwer erkennbaren Hindernissen.
Eine einmalige Sicherung ist nicht immer ausreichend. Lichtverhältnisse, Pflanzenwachstum und die Nutzung eines Raums verändern sich.
Prüfen Sie gefährliche Fenster regelmäßig:
nach dem Wechsel der Jahreszeit
nach dem Rückschnitt oder Wachstum von Gehölzen
nach einer Umgestaltung im Innenraum
nach dem Anbringen neuer Beleuchtung
nach einem Fenstertausch
nach Beschädigungen der Folie
Achten Sie darauf, ob weiterhin Federn, Abdrücke oder benommene Vögel auftreten. Kommt es trotz Markierung zu weiteren Kollisionen, sollten die Abstände verkleinert oder kontrastreichere Elemente ergänzt werden.
Vogelschlag lässt sich nicht durch einen symbolischen Aufkleber lösen. Eine wirksame Sicherung macht die gesamte Glasfläche sichtbar und berücksichtigt Spiegelungen, Durchsicht, Flugwege und die Umgebung des Gebäudes.
Meist spiegelt die Scheibe einen attraktiven Lebensraum oder ermöglicht die Durchsicht auf eine scheinbar freie Flugroute. Solange diese optische Täuschung bestehen bleibt, können weitere Vögel kollidieren.
Geeignet sind kontrastreiche Punkte, Streifen oder Motive, die dicht über die gesamte Glasfläche verteilt werden. Einzelne Greifvogelsilhouetten reichen nicht aus.
Außen angebrachte Markierungen sind meist wirksamer, weil sie Spiegelungen direkt unterbrechen. Innenliegende Folien helfen vor allem gegen Durchsicht, können aber hinter starken Reflexionen verschwinden.
Als Orientierung sollten keine unmarkierten Bereiche entstehen, die größer als ungefähr eine Handfläche beziehungsweise rund 10 × 10 Zentimeter sind.
Einzelne Greifvogelsilhouetten bieten keinen zuverlässigen Schutz. Sie können nur dann Teil einer wirksamen Markierung sein, wenn sie dicht und flächig über die gesamte Scheibe verteilt werden.
Sichern Sie den Vogel vor Katzen und anderen Gefahren, setzen Sie ihn in einen dunklen, ruhigen Karton und geben Sie ihm weder Futter noch Wasser in den Schnabel. Bei Verletzungen oder fehlender Erholung sollte fachkundige Hilfe gesucht werden.
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