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Feldmaus – Steckbrief, Aussehen, Lebensweise & Alter


Feldmaus
pixabay

Die Feldmaus (Microtus arvalis) ist eines der häufigsten Nagetiere Mitteleuropas. Trotz ihrer geringen Größe spielt sie eine zentrale Rolle im Ökosystem – sowohl als Pflanzenfresser als auch als Beutetier für Greifvögel, Füchse oder Hermeline. Hier finden Sie einen umfassenden Steckbrief zur Feldmaus: mit Merkmalen, Lebensweise und Antworten auf häufige Fragen.

Steckbrief Feldmaus

Merkmal Beschreibung
Wissenschaftlicher Name Microtus arvalis
Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Familie Wühlmäuse (Cricetidae)
Größe (Kopf-Rumpf) 8–12 cm
Schwanzlänge 3–5 cm
Gewicht 15–30 g
Lebensraum Wiesen, Felder, Wegränder, Gärten
Nahrung Gräser, Kräuter, Samen, Getreide
Lebenserwartung 1–2 Jahre (selten bis 3 Jahre in Gefangenschaft)
Aktivität Dämmerungs- & nachtaktiv
Besonderheit Baut unterirdische Gangsysteme mit Vorratskammern

Lebensraum der Feldmaus

Feldmäuse sind sehr anpassungsfähig. Sie leben bevorzugt in offenen Landschaften, insbesondere auf Wiesen, Äckern, Feldrändern und Weiden. Auch in Hausgärten oder naturbelassenen Böschungen sind sie anzutreffen – überall dort, wo Pflanzendecke, Deckung und Nahrung vorhanden sind. Durch ihre Tunnelbauten prägen sie die Bodenstruktur und fördern die Belüftung.

Aussehen

Die Feldmaus ist kompakt gebaut, mit braungrauem bis graubraunem Fell, das an die Umgebung angepasst ist. Die Bauchseite ist heller, oft weißlich. Typisch sind der kurze, rundliche Kopf, kleine Ohren, große schwarze Augen sowie ein kurzer, leicht behaarter Schwanz. Der Körper wirkt gedrungen – perfekt für das Leben unter der Erde.

Größe & Gewicht

Erwachsene Feldmäuse erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 8 bis 12 Zentimetern. Der Schwanz ist 3 bis 5 Zentimeter lang. Das Körpergewicht liegt meist zwischen 15 und 30 Gramm – abhängig von Jahreszeit, Geschlecht und Nahrungsangebot.

Nahrung

Feldmäuse sind reine Pflanzenfresser. Ihre Nahrung besteht aus:

  • Gräsern und Kräutern

  • Samen und Getreidekörnern

  • Knollen und Wurzeln

Im Sommer fressen sie frisch, im Herbst legen sie Vorräte in unterirdischen Kammern an. Dabei können sie landwirtschaftliche Schäden verursachen, wenn sie z. B. Getreide oder Raps anknabbern.

Verhalten & Lebensweise

Feldmäuse sind meist dämmerungs- und nachtaktiv, selten auch tagsüber aktiv. Sie leben in unterirdischen Gangsystemen, die sie selbst anlegen – oft mit mehreren Eingängen, Kammern für Nahrung und Brutplätzen. Die Tiere sind territorial, markieren Reviere mit Duftstoffen und verteidigen sie gegen Artgenossen. Besonders im Frühjahr kann es zu kurzen Aggressionen kommen.

Alter & Lebenserwartung

In freier Wildbahn werden Feldmäuse selten älter als 1–2 Jahre. Die häufigsten Todesursachen sind:

  • Fressfeinde (Füchse, Greifvögel etc.)

  • harte Winter

  • Krankheiten und Parasiten

In geschützter Haltung oder Forschung können sie bis zu 3 Jahre alt werden.

Sind Feldmäuse im Garten ein Problem?

Feldmäuse können in naturnahen Gärten vorkommen, ohne großen Schaden anzurichten. Ihre Tunnelsysteme belüften den Boden und sie fressen hauptsächlich Wildkräuter. Problematisch wird es, wenn sie in großer Zahl auftreten und Wurzeln von Gemüse oder jungen Obstbäumen anfressen.

Anders als die Wühlrmaus bevorzugt die Feldmaus jedoch krautige Pflanzen. Bei Überpopulationen hilft das Anlegen von offenen Flächen ohne Deckung, das Fördern von Greifvögeln oder das Aufstellen von Sitzstangen für Jäger wie den Mäusebussard.

Wie vermehren sich Feldmäuse?

Feldmäuse sind extrem fortpflanzungsfreudig. Die Paarungszeit reicht von Frühjahr bis Herbst. Weibchen bringen mehrmals im Jahr 4 bis 8 Junge zur Welt. Bereits zwei bis drei Wochen nach der Geburt sind die Jungtiere geschlechtsreif. Dadurch kann sich eine Population in kurzer Zeit stark vermehren. In warmen Sommern können so regelrechte Feldmausplagen entstehen, die große Ernteschäden verursachen.

Spuren & Sichtung im Garten

Zwischenüberschrift: Woran erkennt man eine Feldmaus?

Feldmäuse hinterlassen charakteristische Spuren im Garten. Dazu zählen:

  • Kleine, runde Löcher im Boden (Zugänge zu Gangsystemen)

  • Fraßspuren an Gras oder jungen Pflanzen

  • Kotkrümel: meist dunkel, ca. 0,5–1 cm lang

  • Trampelpfade im hohen Gras

Diese Hinweise lassen sich besonders morgens oder nach Regen gut erkennen.

Was machen Feldmäuse im Winter?

Feldmäuse halten keinen Winterschlaf, reduzieren aber ihre Aktivität. Sie leben dann hauptsächlich unterirdisch, wo die Temperatur milder ist. In Vorratskammern lagern sie Samen, Getreidekörner und Wurzeln. Bei Tauwetter kommen sie auch an die Oberfläche, um nach frischem Futter zu suchen. Eine gute Bodendeckung durch Laub oder Pflanzenreste hilft ihnen, geschützt zu bleiben.

Wie schützt sich die Feldmaus?

Die Feldmaus verlässt sich auf ihre Tarnfärbung und ihre schnellen Reflexe. Bei Gefahr flüchtet sie sofort in ihre unterirdischen Gänge. Die Tiere bewegen sich sehr leise und meiden offene Flächen. Ihr Geruchssinn ist ausgeprägt, sodass sie Fressfeinde oft frühzeitig wahrnimmt. Junge Tiere bleiben bei Gefahr meist starr sitzen und hoffen auf ihre Tarnung.

Warum ist die Feldmaus wichtig für das Ökosystem?

Trotz ihres Rufs als Schädling hat die Feldmaus eine zentrale Funktion im Ökosystem:

  • Sie dient als Nahrungsquelle für viele Raubtiere (Greifvögel, Marder, Füchse)

  • Ihre Gänge belüften den Boden und helfen bei der Regenwasserversickerung

  • Durch Samenfresserei kann sie zur Verbreitung von Pflanzen beitragen

Ein naturnaher Garten profitiert von einem Gleichgewicht, in dem auch die Feldmaus ihren Platz hat.

Ist die Feldmaus wirklich ein Schädling?

Häufig wird die Feldmaus pauschal als Schädling bezeichnet. Dabei verursacht sie in naturnahen Gärten kaum Probleme. Nur bei Massenvermehrung kann es zu Ernteschäden kommen. Auch der Glaube, dass Feldmäuse Krankheiten übertragen, ist übertrieben: Unter normalen Bedingungen besteht für Menschen kaum Gefahr. Wichtig ist die Unterscheidung zur Wühlmaus, die größere Wurzelschäden verursacht.

Häufige Fragen zur Feldmaus

Wie alt wird eine Feldmaus?
Im Schnitt 12–24 Monate. In Gefangenschaft auch bis zu 36 Monate.

Was fressen Feldmäuse am liebsten?
Frische Gräser, Kräuter und Getreidekörner – je nach Jahreszeit auch Wurzeln und Samen.

Wie sieht eine Feldmaus aus?
Braungraues Fell, kleine Ohren, dunkle Augen, kurzer Schwanz – gedrungener Körper.

Wo lebt die Feldmaus?
In offenen Landschaften mit dichter Vegetation, auf Äckern, Wiesen, an Weg- und Feldrändern.

Ist die Feldmaus gefährlich?
Nein. Sie ist weder aggressiv noch überträgt sie unter normalen Umständen Krankheiten. Nur in großer Zahl kann sie zur Plage in der Landwirtschaft werden.

Tipp: Mehr über andere Wühlmäuse erfahren Sie im Steckbrief zur Erdmaus oder zur Zwergmaus.

Unterschied zur Erdmaus

Die Feldmaus (Microtus arvalis) und die Erdmaus (Microtus agrestis) unterscheiden sich in mehreren Aspekten. Die Feldmaus bevorzugt trockene, offene Landschaften wie Felder und Wiesen, während die Erdmaus feuchte Wiesen, Weiden und Wälder mit dichter Vegetation bevorzugt.

Äußerlich ist die Feldmaus schlanker, hat braunes bis graubraunes Fell und einen längeren, weniger behaarten Schwanz, während die Erdmaus rundlicher ist, ebenfalls braunes bis graubraunes Fell besitzt, aber einen kürzeren und stärker behaarten Schwanz hat.

Größenmäßig ist die Feldmaus mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 8 bis 10 cm und einem Gewicht von 15 bis 25 Gramm etwas kleiner als die Erdmaus, die eine Länge von 8 bis 12 cm und ein Gewicht von 15 bis 35 Gramm erreicht. In ihrem Verhalten baut die Feldmaus weniger komplexe unterirdische Gänge, ist sowohl tagsüber als auch nachts aktiv und zeigt territorialeres Verhalten.

Die Erdmaus hingegen lebt in komplexen Gangsystemen, ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv und sehr sozial.

In ihrer Ernährung fressen beide Gräser, Kräuter, Wurzeln und Samen, jedoch nimmt die Feldmaus zusätzlich mehr Getreide und landwirtschaftliche Nutzpflanzen zu sich, was zu größeren Schäden in der Landwirtschaft führen kann. Beide Arten haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 1 bis 2 Jahren.

Feldmaus, Waldmaus oder Spitzmaus?

Feldmäuse werden oft mit anderen kleinen Nagern verwechselt. Die Waldmaus ist insgesamt schlanker gebaut, hat größere Augen und Ohren sowie einen deutlich längeren Schwanz. Ihre Bewegungen sind schneller, fast springmausartig. Die Spitzmaus hingegen ist biologisch kein Nager, sondern ein Insektenfresser. Sie hat eine lange, spitze Schnauze, kleinere Augen und bewegt sich zackiger.

Auch ihr Verhalten unterscheidet sich deutlich: Spitzmäuse sind Einzelgänger und fressen tierische Nahrung wie Insekten und Würmer.

Merkmal Feldmaus Waldmaus Spitzmaus
Ordnung Nagetiere Nagetiere Insektenfresser
Schnauze rundlich spitz sehr spitz
Schwanz kurz (3–5 cm) lang (6–9 cm) mittel (4–6 cm)
Ohren & Augen klein groß klein
Nahrung Pflanzen Pflanzen + Samen Insekten, Würmer
Gangsystem einfach komplexer kaum ausgeprägt
Verhalten territorial scheu, flink einzelgängerisch

Feinde Feldmaus

Hermelin Ilitis Mäusebussard Rotfuchs Waldkauz





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